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Gerhard baut den Reiher von Krick.
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Immer wieder beobachte ich die Angebote in Ebay Kleinanzeigen. So habe ich schon einige tolle Baukästen für unseren Vereinsflohmarkt ersteigern können. Nun hatte ein Kollege einen angefangenen alten Baukasten vom Reiher sehr günstig angeboten, da ihn die Lust am Modellbau verlassen hat. Ich frage mich, wie kann man die Lust am Modellbau verlieren?

Einige Tage später nenne ich den Bausatz vom Reiher den Meinen. Meine Udet Flamingo ist soweit flugbereit und wird solange in meinen Hangar eingelagert, um Platz für den Bau vom Reiher zu schaffen. Der Rumpf ist soweit im Rohbau fertig. Da dieser in halbschalenbauweise ordentlich erstellt wurde,  kann der Rumpf auch nur gerade sein. Das Innere vom Rumpf zeugt von einer langen Liegezeit. Einige Spinnweben haben sich in den Jahren angesammelt.

Die Baubeschreibung wird im ersten Schritt gesichtet und so leitet diese nachfolgend ein. Der von Hans Jakobs für die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug aus dem Sperber –Junior entwickelte Reiher dürfte wohl das formschönste Segelflugzeug der Vorkriegszeit gewesen sein.

Obwohl der erste Reiher erst im Frühjahr 1937 fertig wurde, stellte Hanna Reitsch mit ihm schon am 5. Juli dieses Jahres mit 349 km einen neuen Streckenweltrekord  für Damen auf, der erst 39 Jahre später überboten werden konnte. Im gleichen Monat belegte sie mit dem Reiher den 6. Platz auf dem internationalen Röhnwettbewerb. Weitere Erfolge waren der Sieg von Hanna Reitsch im Zielflugwettbewerb Sylt-Breslau und der Sieg von Wolfgang Späthe im Röhnwettbewerb 1938 und deutsche Rekorde im Zielflug mit Rückkehr  zum Standort.

Auf Grund der Erfolge der ersten Reiher wurde ein zweites Exemplar mit verkürzter Kabinenverglasung  und stärker verjüngtem Tragflügel, sowie ohne Wölbklappen gebaut. Nach erneuter Überarbeitung erfolgte schließlich eine Kleinserie von 6 Stück

Interessant ist dabei der Hinweis, dass es schon damals den Reiher mit Wölbklappen gab. Zum Zeitpunkt der Konstruktion vom Modell waren leider keinerlei Unterlagen oder Dreiseitenansichten vorhanden. Daher handelt es sich auch bei dem Reiher von Krick um ein Semiscale Modell. Auch wird die schlechte Wirkung der Bremsklappen in der Anleitung angesprochen. ich werde daher die inneren Klappen am Außenflügel als Wölbklappen und Butterfly verwenden. Die vorgesehen Bowdenzüge werden dann nicht verwenden und durch 2 kleine Rudermaschinen in den Tragflügel ersetzt.  

Im ersten Schritt werden im Baumarkt erst mal die Baubretter für die Helinge zusgesägt. Zuhause angekommen wird diese zusammen gebaut, der Bauplan zugeschnitten, mit Klebeband aufgeklebt und darüber die Schutzfolie aufgezogen.

Am nächsten Tag werden zuerst mal alle Einzelteile vorbereitet. Die Rippen sind ja alle vorgestanzt und so geht dies recht schnell von der Hand. Das schönste dabei ist; es sind alle Teile vorhanden. Die Sperrholzrippen werden mit der Laubsäge ausgesägt und so können die Mittelteile schon mal zusammengesteckt werden, um diese am Rumpf anzupassen. Die Anschlussrippen werden mit den angeschliffenen Messingrohren verklebt mit Uhu plus und die Rippen dabei an den Rumpf geheftet. So ist sichergestellt, dass die Flügel nacher genau an den Rumpf passen. Im nächsten Schritt werden die Einzelteile der Beplankung mit den Holmem auf dem Baubrett verleimt. Dies geschieht mit uhu hart, damit die Stöße dann besser verschliffen werden können.

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Zwischendurch muss immer mal wieder die Baubeschreibung gesichtet werden. Dann geht es los mit dem Zusammenbau vom Gerippe. Dies erfolgt direkt auf der unteren Beplankung. Ein erholsamer Nachmittag vergeht so wie im Fluge. Gegen Feierabend ist aber dann schon ein Fortschritt zu sehen und der erste Fehler fällt mir dann auch auf. Der Spickel rechts unten im Bild sollte aus 2mm Birkensperrholz sein. Dieser ist leider noch aus Balsa. Morgen geht es weiter.
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Die beiden Klappen am Flügel nehmen nochmals ein Nachmittag in Anspruch. Dann ist die erste Flügelhälfte bis auf die obere Beplanung fertig und kann abgespannt werden. Am Samstag war Frühlingwetter und die ersten warem Stunden verbrachte ich schon am Flugplatz. Der Sonntag war wieder Bauwetter und so wurde die linke Tragfläche auf den gleichen Stand gebracht. Bei der Flügelsteckung hatte ich reichlich Nacharbeit, da die Messingrohre im Rumpf krumm eingeleimt sind. Dies musste ich bei den Rohren im Traglfügel ausgleichen und so sind diese nun auch etwas schräg im Flügel. Wenn die obere Beplankung drauf ist sieht das aber keiner mehr.

Kleine 9mm starke Rudermaschinen sind bestellt. So wie diese geliefert werden kann der Einbau in die Tragflächen erfolgen. Die obere Beplankung wird in den nächsten Tagen schon mal zusammen geklebt. Ein Keil für die Schränkung vom Außenflügel wird auch vorbereitet. Darüber lässt sich die Baubeschreibúng recht wenig aus. Da der Außenflügel recht schmal ist, kann das aber aus meiner Sicht kein Schaden sein.

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Beide Tragflügel sind soweit fertig und passen nun schön an die Anformung vom Rumpf. Die kleinen 8mm breiten Servos sind heute angekommen. Dann können diese die Tage eingebaut und die Kabel verlegt werden. Doch nun werden erst mal die ersten schönen Frühlingstage ausgenutzt und es geht auf den Modellflugplatz.
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Kaum ist wieder schlechtes Wetter geht es mit dem Bau vom Reiher zügig voran. Die Flügel wurden auf die Hellinge aufgespannt und der Keil für die Schränkung unterlegt. Das Gerippe wurde oben leicht überschliffen und dann die obere Beplankung mit Weißleim aufgezogen. Im nächsten Schritt wurden die Vorderkante eben gehobelt und die Nasenleisten angeklebt. Nebenbei wurde das Seitenruder gebaut und das Höhenruder nagefangen. Auch dieses ist sehr viligran.
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Die Nasenleisten der Flügel sind mittlerweile eben gehobelt und der Kontur entsprechend mit einer langen Schleifleiste rund geschliffen. Auch geht es mit dem Bau vom Höhenleitwerk recht zügig weiter. Wenn das schlechte Wetter weiter so anhält ist der Reiher bald fertig.
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Kategorie: Bauberichte
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