Zurück in die Bauräume.

Gerhard konstruiert und baut die Fiat G91 R/3

Es hat sich mittlerweile bei uns im Verein herumgesprochen. Ich bin seit Wochen dran mein Winterprojekt zu zeichnen. Zuerst sollte es eine F104 werden. Aber nach der Suche im Internet bin ich auf eine russische Internetseite mit einer 3-Seitenansicht eine G91 gestoßen. Zu meiner Bundeswehrzeit habe ich diesen Typ noch fliegen gesehen. In bleibender Erinnerung ist auch eine Flugtag in Villingen - Schwennigen. Dort war die "frecce tricolore" mit ihrem "Soloman". Entlang der Piste, in ca. 5 Meter Höhe, dann auch noch eine Vierzeitenrolle. Das sorge in meinen jungen Jahre für den notwendigen Adrenalinstoss. Erst im Nachhinein haben ich erfahren, dass der Soloman immer wieder erneuert wird. Keiner hatte da ein langes Leben.

Doch kommen wir zum Modell. Passend zur P100-RX wurde das Modell im Maßstab 1:4 gezeichnet. Ziel ist es den Flieger sehr leicht herzustellen. Bei der Konstruktion sind mir immer wieder neue Ideen gekommen und daher habe ich nun eine lange Zeit an der Konstruktion zugebracht. Doch jetzt ist es bald soweit. Die Rippen und Spanten sind gezeichnet und die CNC-Fräse kann bald gefüttert werden. Noch einige Abende mit der Jugendarbeit. Dann kann ich das Projekt starten. Ich bin schon gang heiß!

Den Bauplan habe ich schon ausgedruckt und kann nur sagen: der Flieger wird gigantisch. Zum Glück kann ich das Format A0 endlos drucken.


Technische Daten vom Original
Spannweite 8,56 m
Länge 10,30 m
Höhe 4 Meter
Technische Daten vom Modell
Spannweite 2000 mm
Länge 2310 mm
Höhe 660 mm (Rumpfunterkante bis Oberkante Seitenleitwerk)

01.03.2016 - nachdem ich nun 4 Monate mit der Jugendarbeit im Verein zugebracht habe, kann ich mich nun wieder meinem eigenen Projekt widmen. Die Konstruktion wurde nochmals geändert auf eine Spannweite von 2 Meter. Dann hat der Rumpf immer noch eine Länge von 2300 mm und ist immer noch ein riesiges Teil. Schon jetzt ist mir klar, dass ich den Rumpf vor der Turbine trennen werde. Doch erfahrungsgemäß kommen die Ideen ja auch noch beim Bau. Die CNC-Fräse wird gereinigt, geschmiert und dann aufgerüstet mit der der 3mm Sperrholzplatte. Diese hat ein Format von 910 x 600mm. Dies Maße erwähne ich nur, damit man sich vielleicht einen Eindruck von der Größe verschaffen kann. Auf den Bilder sieht ja alles so klein aus. Doch das täuscht. Gegen Feierabend sind 2 Platten dahin und der komplette Spantensatz für die G91 liegt fertig verputzt auf dem Tisch. Zuhause muss ich erst wieder neue Platten bestellen. Die 10 zuletzt gekauften Platten sind schon wieder dahin. Ja, seit die Fräse da steht wird diese auch rege genutzt von einigen Kollegen.

07.03.2016 - das habe ich nun einige Zeit vermisst. Es ist wieder schön, zu sehen wie die Teile zusammen passen, welche man am Rechner gezeichnet hat. So werden heute die Spannten in der Mitte getrennt, welche letztes Mal noch gefräst wurden. Die Aussparungen für die Holme werden kontrolliert und falls notwendig nachgefeilt. Das Material ist bestellt und soll am Mittwoch geliefert werden. Beginnen kann ich schon mal mit dem Rumpfhinterteil. Dafür sind die Holme noch da. Wie schon angekündigt trenne ich den Rumpf vor der Turbine. Das hintere Stück hat 850mm, das Vorderteil wird 1450mm. Der Rumpf wird in Halbschalenbauweise erstellt und an der Trennstelle zusammengeschraubt. Somit erhalte ich dann handliche Stücke für den Transport. Bei Höhen- und Seitenleitwerk bin ich mir noch nicht schlüssig, ob ich diese abnehmbar gestalte. Das wird sich noch weisen. Doch heute wird erst mal der Bauplan auf das Baubrett geklebt und abgedeckt. Dann werden erst die Holme auf das Baubrett geheftet. Die Spannten werden nun winklig aufgesetzt und gesichert, bis die restlichen Holme eingesetzt werden. Dies geschieht recht gut mit rechtwinkligen Stahlplatten. So entstehen heute das Gerippe vom rechten und linken Hinterteil der G91.

14.03.2016 - heute läuft nochmals den ganzen Abend die CNC - Fräse. Dann ist es aber geschafft. Alle Teile der G91 sind gefräst und die Teile füllen einen ganzen Karton. Die Flügel und die Leitwerke werde ich Zuhause bauen. Daher werden alle Teile in das Auto verfrachtet. Die nächste Zeit werden ich nur noch 2 Tage in der Woche in den Bauräumen zubringen und den Rumpf bauen. Berichten werden ich dann von beiden Gegebenheiten.

16.03.2016 - der Rumpf wird mit harten 2mm Balsabretter beplankt. Dies geschieht von Holm zu Holm. Dabei lasse ich die Beplankung beidseitig 5mm überstehen. Mit einer Leiste als Zulage und Wäscheklammern kann die Beplankung nun schön gespannt werden. Die Verklebung erfolgt an den Spanten mit Kontaktkleber und an den Holmen mit Weisleim. Nachdem die Verklebung trocken ist, werden 10mm breite Streifen geschnitten und an die Innenseite der Beplankung geklebt. Darauf wird später das nächste Beplankungsstück angeklebt. Schon mit der ersten Beplankung wird die ganze Konstruktion schon stabiler. Für heute ist es genug. Am nächsten Abend geht es weiter.

21.03.2016 - die Beplankung der Unterseite vom Rumpfhinterteil hat es in sich! Da der Rumpf in 2 Richtungen rund ist muss die Beplankung am mittleren Spant nochmals getrennt werden. Die Beplankung wird  an der Stoßkante passend gehobelt und danach angefeuchtet. Dann kann diese mit Kontaktkleber aufgezogen werden. An der Stoßkante ist ja der Falz. Hier wird Uhu-hart verwenden und mit Klebeband gesichert. An den oberen Beplankungen wurde ja am Vorabend auch die Anschlagleisten angeklebt. Diese können nun schön, an der bereits angeklebten Beplankung, eingehängt werden. Bevor wir dies jedoch tun, muss ich mir erst mal Gedanken über die Steckung vom Höhenleitwerk machen und darüber eine Nacht schlafen.

22.03.2015 - über Nacht ist mir eingefallen, wie ich die Steckung am Rumpf gestalte. In vielen Aufnahmen im Internet ist zu sehen, dass im Bereich vom Höhenleitwerk eine Fläche ist. Man könnte fast meinen, der Jet hat ein Pendelruder. Diese Fläche werde ich am Modell auch so gestalten und diese gleichzeitig als Aufnahme für die Steckungsrohre gestalten. Also, kurz am CAD gezeichnet und die CNC-Datei erzeugt. Am gleichen Abend werden die Teile gefräst und angeklebt. Im Bereich der Steckung werde ich noch Verstärkungsleisten darunter kleben, dass die Auflage an dieser Stelle gerade bleibt.

23.03.2016 -  am Ende der Auflagefläche von der Leitwerkssteckung wird leicht angesägt und das Ende dann mit dem Rumpfspant verklebt. An der Vorderseite wird die Auflage ebenfalls verklebt und mit einer Klammer an den Rumpf gespannt. Dort wird auch gleich eine Dreikantleiste angeklebt, damit das auch hält.

29.03.2016 - die Beplankung wird eingesetzt und die Leitwerksauflage von innen angezeichnet. Nachdem die Beplankung zugeschnitten ist wird diese mit dem Hobel sauber eingepasst. An den Spanten wird wieder Weißleim angegeben, an den Stößen Uhu - hart. Einige Stecknadel und Klebeband sichern die Teile bis diese trocken sind. Heute ist Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen. Daher beenden wir heute die Baustunden etwas früher.

 
   
   
   
 
   
 
   
 
 

Zurück in die Bauräume.

Gerhard Kenner  

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