Diese Seite. Grüezi am Wiriehorn Jung und Alt Schröcken 2009 Flumserberg

Frühjahr 2009 - wir bauen den Gritter von Flywood.de.


 

 Erinnerung an 2 liebe Modellflugkollegen, welche uns immer bei der Jugendarbeit unterstützt haben.

Bevor wir mit dem diesjährigen Bericht starten, erinnern wir uns an 2 langjährigen Vereinskollegen, welche uns dieses Jahr verlassen haben.

Am 05.03.2009 verstarb Alfred Nagel, im Alter von 81 Jahren nach kurzer Krankheit. Alfred war Gründungsmitglied der Modellbaugruppe Radolfzell. Der Verein war für ihn 45 Jahre lang, neben seiner geliebten Frau, das zweitwichtigste in seinem Leben. Viele Jahre hat er in seiner gewissenhaften Art die Vereinskasse geführt und war uns mit seiner Berufs- bzw. Lebenserfahrung bei so manchen Problemen behilflich. Gab es auf dem Flugplatz etwas umzubauen bzw. anzuschaffen half er uns tatkräftig und finanziell. An den Flugplatzfesten hat er die Kasse geführt und die Essen- und Getränkebons ausgegeben. So kennen Ihn wahrscheinlich die meisten.

Ein netter alter Herr (hier rechts) an der Kasse. Alfred, wir werden dich nicht vergessen.

Am 20.4.2009 trat unser Sepp seinen "letzten Flug an". Mit seinen 84 Jahren  war der, aus dem schwäbischen kommende Sepp Bronner und seine "Rumpler Taube", für uns alle ein Begriff. Gegen Feierabend trafen sich unsere Senioren auf dem Flugplatz und absolvierten in der Abendsonne so manchen Flug. So war auch wochentags auf unserem "Flugplätzle" etwas los. Sepp war  für die Jugendarbeit da und half wo er nur konnte. Mit Felix, Kevin, Markus, Dominik und Sepp waren Jung und Alt harmonisch vereint. Jung lerne von Alt - Alt blieb dadurch jung - beide hatten Verständnis füreinander. So wie es eben sein sollte.

Sepp ohne Deine tolle Art geht uns Einiges auf unserem Modellflugplatz verloren. Wir vermissen Dich!
 

Wir beginnen...

Termine gleich vorweg. Am 19. bis 21.6.2009 findet das Nurflügel Meeting IG-Nurflügel Schweiz in Wiriehorn(CH) statt. Dies war für uns der Anlass noch schnell ein Nuri - Projekt zu starten. Leider kamen uns die Pfingstferien dazwischen und die benötigten Jungs samt Eltern waren zu dieser Zeit im Urlaub.

Acht CNC-Sätze an der Zahl wurden kurzerhand von Flywood.de geordert und lagen auch 2 Tage später auf dem Bautisch. Damit wir beim Nuritreffen auch mit neuen Modellen aufwarten können, wurden nun 3 Modelle von Bernd, Toni und Gerhard vorweg gebaut. Die restlichen 5 Modelle werden dann eben nach den Pfingstferien, zusammen mit den Jungs gebaut. Diese können dann auch etwas später fertig werden.

So soll sich auch unser Bericht aus 3 Teilen zusammen setzten. Erst werden 3 Gritter gebaut, dann sind wir auf dem Wiriehorn. Mit den Jugendlichen zusammen werden danach nochmals 5 Nurflügel gebaut.

Viel Spaß beim Lesen...

3 Gritter vorab...

Alle zum Bau notwenigen Teile sind auf 2 Sperrholzplatten und einigen Balsabrettchen mittels Laser ausgeschnitten. Damit diese nicht gleich herausfallen wurden beim Schneiden kleine Stege belassen. 2 Kohlerohre, Buchenrundstäbe und eine Tüte mit Kleinteilen ergänzen den Bausatz. Eine ausführliche Bauanleitung vom Gritter kann über die Internetseite von Flywood.de herunter geladen werden. Da diese Beschreibung sehr informativ geschrieben ist, werden wir an dieser Stelle auf den Baufortschritt nur teilweise eingehen und eher die Positionen erwähnen, bei welchen wir doch etwas nachdenken mussten.

Bernd trennt erst mal alle Teile heraus und reiht diese auf dem Baubrett auf. Toni und Ich dagegen scheiden die Teile so heraus, wie wir diese benötige. Und so sind auch schon nach den ersten 2 Stunden das Seitenruder, die Winglets und die Dreikantleisten mit den Rumpfseitenteilen verklebt. Das Befestigungsbrett für den Flügel war so ein Teil, bei dem wir etwas über die Verklebung verschiedener Werkstoffe nachdenken mussten. Wie verklebt man Polyamidmuttern mit Sperrholz. Wir haben alle Teile mit den Schrauben zusammen montiert, die Sperrholzteile mit Ponal verklebt und die Muttern mit Sekundenkleber zuletzt. Mal schauen ob das dauerhaft hält.

Nach 5 Stunden sind bereits gewisse Fortschritte sichtbar. Der Rumpf ist komplett zusammengeklebt. Der erste Flügel ist angefangen. Weil das so Spaß bereitet, wird am Folgeabend, nach einem Krankenbesuch, eine kurze Sonderschicht eingelegt. Danach sind an beiden Tragflächen bereits die Nasenleiste aus Buchenrundholz dran.

Am Sonntag ist es in den Bauräumen angenehm kühl. So werden in 2 Stunden die untere Beplankung, die Steckung samt seitlicher Absperrung, die Flüllklötze und die hintere obere Endleistenbeplankung angebracht. Diese natürlich, mit einem schönen S-Schlag. Abschließen werden noch die Messingrohren zusammen mit den Kohlerohre vergossen. Hierfür verwende ich ein Gemisch aus Epoxy und Thyxotropiermittel. Dieses wird dann mit einer kleinen Spachtel eingebracht. Toni hingegen umwickelt beide Rohre mit Kohlerovings und tränkt diese. Jeder wie er es mag.

Da Bernd geschäftlich eingespannt ist, wenig Zeit findet und der Termin näher rückt, baue ich diesen Abend seine Tragflügel. Beim zweiten Satz geht dies verständlicherweise noch schneller und irgendwie bereitet das richtig Spaß. Die mit dem Laser geschnittenen Teile passen eben haargenau und die Baubeschreibung muss nicht mehr zur Hand genommen werden. So haben gegen Feierabend die Flügel von Bernd fast den gleichen Stand wie meine gebauten Tragflächen.

Toni hat in der Zwischenzeit an seinem Modell weiter gebaut. Sein Rumpf ist verrundet, die Kabinenhaube ausgeschnitten und der Schnellverschluss montiert, der Motor ist eingebaut, die Querruder sind ausgeschnitten. Oder auch mit anderen Worten gesagt - der Flieger ist fast bügelfertig. Da sollte ich vielleicht den nächsten Bauabend wieder an meinem Modell arbeiten...

Diesen Abend hat Toni den Rumpf von Bernd zusammengebaut und verrundet. Die Querruder an den Tragflächen wurden auf der Kreissäge mittels Anschlag gesägt und mit 1,5mm Balsa beklebt. Nach dem bündig schleifen sind die Tragflügel bügelfertig. Toni hat heute seine Tragflächen mit LS-T Transparentfolie bespannt. Die äußerste Rippe ist zwar aus Sperrholz, aber durch die Spannung der Folie biegt sich diese etwas durch. An den nächsten Tragflächen schaffen wir hier Abhilfe. Wir kleben zwischen den äußeren 2 Rippen Stege ein um die Kräfte aufzunehmen.

Die Randbögen sind aus 3mm Balsa hergestellt. Um diese etwas zu versteifen beschichten wir diese auf beiden Seiten mit 105 Gramm Gewebe und Epoxy, Das Harz  färben wir mit etwas Glasfarbe ein. Die beschichtete Platte wurde zuvor mit Trennmittel behandelt. Genau so verfahren wir mit den Seitenruder. Diese müssen dann nicht mehr gebügelt werden, bzw. verziehen sich dann auch nicht mehr.

Die 2 Platte wurde ebenfalls mit Gewebe beschichtet und mit Schraubzwingen zusammen gespannt. Bernd kann sich heute mal vom Geschäft losreißen und freut sich über den Baufortschritt von seinem Gritter. Die Flügel sind bügelfertig und am Rumpf ist auch nicht mehr all zu viel zu tun. Ich denke, da sollte er uns schon mal ein Essen spendieren.

Samstag regnet es den ganzen Tag. Dadurch sind die Gritter am Abend ein ganzes Stück weiter. Die Tragflächen von Toni und mir sind mit Transparentfolie bespannt, die Rümpfe wurden 2 x mit Schnellschliffgrund gestrichen, geschliffen und mit der Spraydose lackiert. Toni hat seine Tragfläche unten transparent rot und oben nur transparent gebügelt. So ist von oben auch das kleinste Detail im Flügelinneren sichtbar. Die beschichteten Teile wie Winglets und Seitenruder wurden ausgeschnitten und verschliffen.

Bernd ist heute auch ein Stück weiter gekommen. Die Rudermaschinen sind eingebaut und die Flügel sind somit fertig für die Bespannung.

Am Sonntag sind nochmals 3 Stunden notwendig um die Kleinigkeiten , wie Motoreneinbau, Lötarbeiten, Anlageneinbau usw. zu erledigen. Gegen Abend sind die Gritter jedoch flugfertig. Das Aufbringen der Folienschnitte ist die letzte Aktion an unseren Modellen.

Bernd hat heute Nachmittag die erste Flächenhälfte mit blauer Folie bespannt. Bei der 2 Hälfte bin ich Ihm abends behilflich. Diese ist nach einer halben Stunde fertig. Heute Abend werden noch 6 kleine 3S - Lipos mit den Massen 70x34x20, 1300 mAh mit einem Gewicht von 98 Gramm bei Stefans Liposhop bestellt. Leider muss der Akku im vorderen Bereich untergebracht werden. Auch bei diesem leichten Akku müssen wir wahrscheinlich hinten etwas Blei anbringen. Das ist sehr schade, denn das Gewicht vom Modell beläuft sich momentan, ohne den Akku auf 550 Gramm. So kommen wir mit dem Gewicht doch auf nahezu 700 Gramm. Leider ist der Sperrholzspant im Wege, sonst könnte der Akku etwas nach hinten platziert werden. Mal schauen, vielleicht ändern wir da noch was ab.

Die Lipozellen sind mittlerweile eingegangen und werden montiert. Die Modelle werden mit Schwerpunkt von 45mm von der Nasenleiste ausgewogen. Dies erfolgt, trotz vorheriger Befürchtungen ohne Bleizugabe.

So geht es an den Start. Gemäß Nurigewohnheit werden die Ruder etwas auf Höhe getrimmt und der Erststart kann erfolgen. Dies erweist sich jedoch gleich als nicht notwendig, da das Modell fast senkrecht in den Himmel steigt. Die Trimmung wird wieder neutralisiert und der Motor ausgeschalten. Der Gleitflug vom Modell stimmt. Es geht im Segelflug zum Hang. Im Aufwind wird gleich Höhe gewonnen. Der Gritter macht Spaß und hat gut Leistung. Um das Modell zu beschleunigen muss kräftig das Tiefenruder betätigt werden. Für einen nachfolgenden Looping reicht es dann gerade so. Rollen gelingen nur mit Motorbetrieb. Zur Landung kann das Modell angestochen werden, um dann nach einigen Metern gegen den Wind aufzusetzen. Der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz und so werden an diesem Tag zahlreiche Starts und Landungen von 2 Gritter durchgeführt. Beim 3. Gritter ist noch ein kräftiger Verzug vorhanden. Dieser muss erst nachgearbeitet werden.

Fazit zum Gritter.
Ideal für den Thermikeinsatz, da sehr leicht - Preis/Leistungsverhältnis sehr gut - Spaß beim Bauen, da die Konstruktion durchdacht ist und die Teile sehr genau gefertigt sind -  Anfängertauglich - passt ins Reisegepäck, da zerlegt das Modell darauf gelegt werden kann - kurz gesagt: der ideale Feierabend und Urlaubflieger.

Bei der Beschaffung vom benötigten Material haben uns einige Lieferanten unterstützt.

Herr Niemeyer von FlyWood.de hat uns 8 CNC-Sätze vom Gritter zu einen sehr fairen Preis für die Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Durch die eingesparten Kosten können wir in der Jugendarbeit  erweiterte Investitionen, wie Antriebe, Regler, Folie und dergl. tätigen. Das Taschengeld der Jungs wir es Ihnen danken.

Ein recht herzliches Dankeschön an Jens Niemeyer.


Zur Bespannung vom Modell verwenden wir, wie schon viele Jahre, die bewährte und kostengünstige LS-T Transparentfolie von AS-Film. Diese hat eine geringe Spannkraft. Ideal für unseren leichten Gritter. Herr Auch liefert immer ein bisschen mehr als bestellt für unsere Jugendarbeit.

Vielen Dank Herr Auch.


Die Lipos beziehen wir bei Stefans Liposhop. Eine reiche Auswahl von qualitativ hochwertigen Lipos, zu einem fairen Preis können dort bezogen werden. In der Vergangenheit habe ich dort schon häufig Lipo - Zellen bezogen und nur gute Erfahrungen gemacht.

Bei der Fa. Staufenbiel haben wir die benötigten Elektroantriebe besorgt. Dort sind preiswerte Combos für die Jugendarbeit zu haben. Wir möchten uns bei Herr Och, dem Chef der Firma Staufenbiel recht herzlich bedanken.


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Gerhard Kenner